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30.01.2018 22:04 Alter: 25 days

Geldstrafen für Eltern von notorischen Schulschwänzern

Momentan ist das Problem des Schulschwänzens in aller Munde. Laut Gerhard Unterkofler, Vorsitzender der PflichtschullehrerInnengewerkschaft, ist unentschuldigtes Fernbleiben vom Unterricht kein Massenphänomen. Aber es tritt immer wieder auf und kann in Brennpunktschulen oder Polytechnischen Schulen schon problematisch werden. Außerdem ist das bisherige 5-stufige Modell ein völliger Unsinn und kaum eine Lehrperson weint ihr eine Träne nach. Da wird nämlich bis zu einem halben Jahr nur geredet und geredet. Die Eltern wissen, dass Geldstrafen kaum ausgesprochen werden. Und für die Lehrpersonen ist dieses Modell zusätzlich eine Arbeitsbelastung.


Gerhard Unterkofler weiter: "Schnelles Handeln und rasche Konsequenzen wirken in der Erziehung immer noch am besten. Allein schon das Bewusstsein, dass mit einer Geldstrafe zu rechnen ist, wird bei manchen Eltern bewirken, dass sie ihrer Erziehungsverantwortung sehr schnell nachkommen werden.

Eine angedrohte Geldstrafe wird wohl vor allem dort erfolgreich sein, wo Eltern ihre Kinder noch leiten können. Doch wir sollten uns im Klaren sein, dass es auch viele Eltern gibt, die ihre Kinder schon längst nicht mehr im Griff haben. Außerdem haben wir Erziehungsberechtigte, die selbst nie eine verantwortungsbewusste Erziehung genossen haben und völlig überfordert damit sind, ihre Kinder zu erziehen. Da wird auch eine Geldstrafe wenig nützen.

Bei notorischen Schulschwänzern allein mit einer Geldstrafe auf Besserung zu hoffen, wird wohl meist vergeblich sein. Diese Schulschwänzer benötigen zusätzliche intensive Betreuung. Für die hilflosen Eltern sollte es verpflichtende Elternarbeit geben, etwa durch Beratungen mit SozialarbeiterInnen oder SchulpsychologInnen. Und noch etwas: Es muss schon auch die Möglichkeit geben, dass von einer Geldstrafe abgesehen werden kann. Ein wenig Spielraum muss schon sein, denn es hat immer auch die jeweilige Situation des Schülers und der Eltern berücksichtigt zu werden.

Außerdem müssen wir vorsichtig sein, dass wir nicht in eine Law & Order Mentalität verbunden mit einer Nulltoleranz-Politik abgleiten. Wir kennen das ja von einigen Schulen in den USA, wo Kinder bei kleinsten Verfehlungen bereits in Handschellen abgeführt werden. In so einer Schule möchte ich nicht tätig sein."