Neue Schulnotizen

Die neue Ausgabe der Schulnotizen kann jetzt hier heruntergeladen werden. Ältere Ausgaben findet ihr im Menü "Schulnotizen".

Initiates file download--> Schulnotizen 3/2017 pdf


Wir sind auch auf Facebook

 
 

News-Detail 

< Neuer Chef im Zentralausschuss
16.01.2017 19:19 Alter: 333 days

Kopftuch an Schulen

Letzte Woche wurden alle Vorarlberger Pflichtschulen zum Thema „Kopftuch an Schulen“ angeschrieben. LeiterInnen und LehrerInnen wurden um ihre Meinung gebeten. Bis heute haben 85 Schulen (LeiterInnen) und 35 LehrerInnen per Mail oder per Telefon dazu Stellung genommen.


 

Ergebnisse kurz zusammengefasst

 

  • An den Vorarlberger Schulen gibt es kaum Probleme mit dem Kopftuch, welches nur von wenigen muslimischen SchülerInnen getragen wird.
  • Kopftuch tragenden SchülerInnen gibt es vor allem an Schulen im urbanen Bereich oder an Schulen mit Flüchtlingskindern.
  • Ob Mädchen das Kopftuch tragen, hängt  sehr stark vom islamischen Religionslehrer oder von der Religionslehrerin ab.
  • Von allen islamischen Lehrpersonen, die in Vorarlberg an Pflichtschulen unterrichten, tragen fast nur Religionslehrerinnen ein Kopftuch.
  • Sport- und Schwimmunterricht: Hier können Probleme entstehen. An vielen Schulen gibt es die Regel, dass die Kopftuch tragenden Mädchen im Sportunterricht – aus  Gründen der Sicherheit und der Hygiene – das Kopftuch ablegen oder mit einer Kopfbedeckung ohne Nadelbefestigung turnen müssen. Es gibt vereinzelt Fälle, bei denen Eltern aus religiösen Gründen nicht wollen, dass ihre Tochter am Schwimmunterricht teilnimmt. In so einem Fall kann das muslimische Mädchen einen Burkini verwenden. Es kann aber auch passieren, dass Mädchen beim Schwimmunterricht dann einfach krank sind. Fakt ist:  Vom Sport- oder Schwimmunterricht kann sich niemand aus religiösen Gründen  befreien. Da hat sich die Religion den österreichischen Gesetzen unterzuordnen.
  • Die Meinungen der Lehrpersonen zum Kopftuch sind unterschiedlich: Die einen meinen, dass man das Kopftuch in unserer freien Gesellschaft akzeptieren müsse, die anderen möchten alle religiösen Symbole aus der Schule entfernt wissen. Mehrere Lehrerinnen sind auch der Meinung, dass das islamische Kopftuch mit ihrer Vorstellung von einer selbstbestimmten Frau nicht vereinbar sei.

Wenn wir also feststellen, dass es nur ganz vereinzelt Probleme mit Kopftuch tragenden Mädchen in der Schule gibt, stellt sich schon die Frage, ob man auf dieses Thema wirklich mit der Forderung nach einem Verbot reagieren sollte. Wegen Ungleichbehandlung wäre sowieso nur ein Verbot Gesetzlich möglich ist sowieso nur ein Verbot aller religiöser Symbole möglich. Eine Entscheidung des EuGH steht da noch aus.